Reisebericht von Ingrid Rögelsperger an ihre Tante - meine Oma - Maria Wardein.
Im Original 18 eng beschriebene Schreibmaschinenseiten.
Und ich bitte um Entschuldigung für meine Scan- bzw. Tippfehler.



1001 NACHT.....  PERSIEN


Samstag, 6.4.1974:

Bei klarem, aber sehr kühlem Wetter (ca. 7) erreichen wir um 93o den Flugplatz Wien-Schwechat. Dort warten bereits einige, der insgesamt aus 71 Reiseteilnehmern bestehenden Gruppe, deren Leitung Hr.Pacher und Prof.Seier haben. Vor Antritt des Fluges werden wir gründlich gefilzt. Man stellt fest, daß in meinem Kostüm Metallknöpfe eingearbeitet sind.

Mit 20 Minuten Verspätung, u.zw. um 11 Uhr, rollt unsere DC 9, eine "Austrian Air-Lines", über die Piste. Bald darnach haben wir einen herrlichen Ausblick, es scheint, als ob unsere Flughöhe nicht besonders hoch wäre. Man serviert uns eine kalte Platte: Huhn und Fleisch, garniert mit Salaten und Artischocken, dazu 1 Fläschchen Obi und zum Abschluß eine Schwarzwälder Kirschtorte und Kaffee.

Nun sehen wir unter uns das Dachsteingebirge. Die Berge sind noch ziemlich mit Schnee bedeckt. Einige Minuten später sind wir bereits über dem Bodensee. Vor uns liegt also jetzt die Schweiz. Auch hier erblicken wir wunderschöne Berge, Täler und Seen. Es ist fein, daß es Aas Wetter so gut mit uns meint. Nach 120 Flugzeit, das ist um 1220landen wir in Genf. Ein toller Flughafen! Hier gibt es keine Flughafentaxi, man wird mittels Rolltreppe bzw. Förderband expediert. Der komplett Flugplatz ist unterirdisch zu durchqueren. Unser Aufenthalt von 150 besteht aus einer abermaligen Personen- und Gepäckskontrolle, aus Tratschen und Warten. Dann bekommt jeder von uns einen Bonus auf ein Freigetränk an der Bar. Wir bestellen uns Bier.

Um 14lo starten wir mit Swiss-Air Douglas DC8 unseren Flug Richtung Teheran. In einer Höhe von 11.200 m (unter uns nur Wolken geht es über Zagreb - Belgrad - Istanbul - Ankara nach Teheran. Die Swiss-Air bietet uns ein hervorragendes Service! Das Essen ist ausgesprochen geschmackvoll und appetitlich zubereitet: Lachs mit verschiedenen Salaten und Oliven garniert, Mayonnaise-Kren, als Vorspeise. Darnach ein riesiges Stück Lungenbraten mit Champignons und Kartoffelkroketten, als Nachtisch getunktes Biskuit mit Schlagobers und verschiedenen Früchten.

Neben uns sitzt ein ausgesprochenes Nerverl, eine Dame, die andauernd raucht und Kaffee trinkt, das komplette Menü jedoch unberührt zurückschickt.

Die Uhren werden um 2 1/2 Stunden vorgestellt. Leuchtend steht direkt vor uns der Mond am Himmel und auch der Sternenhimmel ist herrlich. Kurz vor 213o haben wir ein einmalig faszinerendes Bild unter uns: die hell erleuchtete Stadt Teheran! Momentan glaubt ein jeder von uns auf einen Teppich zu fliegen. Ich denke an 1001 Nacht und kann gar nicht fassen, ein so gewaltiges Lichtermeer zu sehen. Unser Flugzeug schwenkt mehrmals nach rechts und links und auf diese Weise können wir die riesige Ausdehnung dieser 4-Millionen-Stadt erkennen. Wunderbar, von Scheinwerfern hell beleuchtet, sehen wir den 45 m hohen Turmbau, der anläßlich der 2500-Jahrfeier des Kaiserreiches Iran 1971 errichtet wurde: das Shahjad-Monument.

21 4o ist es. als wir voller Erwartung der kommenden Ereignisse iranischen Boden betreten. Kaum haben wir alle das Flugfeld überquert, stolpert eine Ärztin aus unserer Gruppe über eine Grube und bricht sich, wie sich später herausstellt, den Knöchel. (Trotzdem macht sie später das komplette Programm mit!) Auch Peter und ich haben sogleich Schwierigkeiten. Unsere Reisetasche scheint verschwunden zu sein! Mehr als eine Stunde suchen wir verzweifelt das Fließband mit den unzähligen Gepäckstücken ab bis wir endlich unsere Tasche finden.

Gegen 233o erreichen wir unser Hotel Versailles, ein schöner modernen Neubau. Große Bewunderung finden wir an den vielen prachtvollen Teppichen, die uns gleich beim Betreten auffallen. Unser Zimmer hat typisch orientalischen Charakter. Gottseidank scheint es gepflegt zu sein. Nach einem kleinen Abendspaziergang gehen wir um 1/4 1 Uhr zu Bett.




7.4.1974, Palmsonntag.

Aufstehen 715, Frühstück 8 Uhr. (Ganz gut, Nescaffee, bzw.Tee, Toast, Butter, Marmelade, Bedienung pomali.)

Um 9 Uhr beginnt unsere Stadtrundfahrt. Zuerst hält unser Bus beim sogenannten Marmorpalast, welcher in einer wunderbar gepflegten Parkanlage liegt. Er war die offizielle Winterresidenz des Schah, heute ist er als Museum eingerichtet. Einige Schritte weiter kommen wir zum Parlament, ein äußerst modernes Bauwerk. Anschließend fahren wir zum Archäologischen Museum und besichtigen die reichen Schätze, die bis zum 4.Jahrtausend v. Chr. zurückreichen. Das Museumsgebäude ist in der Art eines Sassanidenpalaätea (sassanidisch = neupersisch) erbaut. Besonders beeindruckt sind wir von Tongefäßen aus dem 4.Jahrtausend v.Chr., die man bei Rey fand, sowie Rollsiegel aus der gleichen Epoche aus der Gegend von Susa (Hauptstadt der Elamiten 4.000 Jahre v.Chr.). Auch die umwerfende Bronzekunst, die heute noch zahlreiche Archäologen verwundert, sehen wir an den berühmten LURISTAN-Bronzen (2.000-1.000 v.Chr.). Aus der Partherzeit besichtigen wir den schönen Reiterkrieger (3.Jhdt.v.Chr.), aus der Sassanidenzeit (3.Jhdt.n.Chr.) Schmuckstücke aus Gold und Silber.

Nach Besichtigung fahren wir stadtauswärts und nach ca. 10 km erreichen wir in Nähe des Städtchens Rey die Quelle Chesmeh-Ali. Hier wird alles Mögliche und Unmögliche gewaschen. Nach dem Polyglott-Reiseführer werden täglich Hunderte von Teppichen zu jeder Tageszeit gewaschen und auf den Felsen zum Trocknen gelegt. Wir sehen allerdings nur drei Armselige'. Die Frauen, die am Rand des Wassers hocken, waschen das Geschirr, Fleisch und Fisch, Wäsche, die Kinder baden darin... Wie gesagt unsereins kann sich gar nicht recht vorstellen, wie dies alles ohne irgendein Waschmittel, ohne Bürste, mit kaltem Wasser sauber wird. Nun nachdem Sauberkeit ein Begriff ist, ist die Vorstellung beendet.

Auf der Rückfahrt zu unserem Hotel machen wir einen kurzen Aufenthalt bei der Schahmoschee, Der Anblick dieser Königsmoschee ist großartig, doch dürfen wir leider nicht in das Innere. Vor der, Anfang des 19.Jhdts. erbauten Moschee befindet sich eine herrliche Gartenanlage mit Stufen Gewässer.

Mittags speisen wir zuerst eine Gemüsesuppe, dann ein gedünstetes Huhn mit Kabilone(?), Pomes-Frites und Karotten. Eine Flasche Mineral kostet 90 Rials d.s. öS.28,35.

Nachmittags setzen wir unsere Rundfahrt fort. Wir haben kühles, windiges, aber sehr klares Wetter (ca.15-18). So können wir die schneebedeckten Gipfel des Elbursgebirges, welches die Stadt Teheran umgrenzt, deutlich sehen. In der Stadt selbst fällt uns der irrsinnige Straßenverkehr auf, der sich mit dem in Wien nicht messen kann. Pausenlos strömen vierspurige Autokolonnen, die nichteinmal bei rotem Ampelsignal stoppen. Die Häuser und Geschäfte schauen nach unseren Begriffen nicht besonders toll aus, obwohl es viele Hochhäuser gibt, die jedoch ziemlich einfach sind.

Der Besuch der Sepah-Salar-Moschee (Mitte des 19.Jhdt. erbaut) ist ein bleibendes Erlebnis. Diese, größte Moschee Teherans hat eine Fläche von 3.700 m . Die zwei offenen Gebetshallen, sowie die Arkadengänge sind mit prächtigen Fliesen geschmückt.

Rasch geht es wieder weiter. Unser Autobus hält nun vor dem Gulistanpalast (Gulistan = Rosengarten). Über eine breite Freitreppe gelangen wir zum großen Museumssaal. Die Wände sind mit unzähligen winzigen Spiegeln geschmückt, die einen eigenartig faszinierenden Effekt erzielen. Kostbare Geschenke ausländischer Herrscher an den jeweiligen Schah werden hier ausgestellt. Es sind dies Porzellangeschirr, Keramiken, Waffen, alte Teppiche, Ölgemälde und Bilder (großteils aus dem 17.Jhdt.), Uhren.

Mehrere herrliche Kristalluster erleuchten den Saal. Die Krönung des Ganzen bildet der weltberühmte Pfauenthron, den wir schon so oft in Film und Fernsehen sehen konnten. Der von traumhaften Edelsteinen besetzte Thron wurde 1739 von Nadir Schah aus Indien nach Persien gebracht und dient heute noch bei kaiserlichen Empfängen als Herrschersitz.

Beim Verlassen des Gebäudes wird uns in einer Nische inmitten der Parkanlage ein Pfauenthron aus Alabaster gezeigt, der ebenfalls noch Verwendung hat.

Unser nächster Weg führt uns zur Bank Markazi mit dem Kronschatz. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten bewachen das Gebäude. Bevor wir die unschätzbar wertvollen Juwelen besichtigen, werden wir untersucht. Waffen, spitze Gegenstände und Fotoapparate müssen abgegeben werden. Durch ca. 1 m dicke Stahltüren gelangen wir in das Innere. Sodann werden wir von einer Sammlung von Schmuckstücken aus Edelsteinen, die in der Welt einmalig ist, geblendet. Der 182 Karat große, ungeschliffene Diamant genannt "Lichtermeer", der "Juwelenglobus" (mit 52.000 Edelsteinen, die Kaiserkrone (mit 3380 Diamanten, 368 Perlen, Smaragden und Saphiren besetzt) und ein mit 27.000 Juwelen geschmückter NadirPfauenthron begeistern uns am meisten. Nach Besichtigung hat fast jeder von uns Kopfschmerzen.

Auf Wunsch einiger Reiseteilnehmer besuchen wir anschließend, ganz außer Programm, einen Zurkaneh-Club. Seit Jahrhunderten haben sich diese Körperübungen mit Keulenschwingen der "starken Männer" erhalten. Die "Schönen" haben ein Körpergewicht von ca. 110 kg aufwärts und Größe bis 2,10 m. Ein rhythmisches Trommeln begleitet die Tänzer. Mit schweren Ketten, die über dem Kopf geschwungen werden, wird die Vorführung beendet.

Kurz vor 193o kehren wir in unser Hotel zurück. Zum Nachtmahl gibt es Tomatensuppe, Pasta scutta, Faschiertes mit Kartoffelpüree.

Wir sind todmüde und müssen morgen bald aufstehen, deshalb gehen wir um 2o45 schlafen.




Montag, 8.April 1974:

Aufstehen 5 Uhr, Frühstück 1/2 6 Uhr.

14 Taxis erwarten uns um 6 Uhr vor demHotel. Wir sollen Gruppen zu Viert bilden, zu uns gesellen sich zwei nette Herren. Der eine ist ein Architekt aus Mödling, der andere ein Versicherungsangestellter. Unser heutiger Ausflug geht zum Kaspischen Meer. Mit dem Wetter haben wir hoffentlich Glück, denn im Gebirge könnte es sehr kalt werden. Nach etwa 70 Kilometer Fahrt, wir haben kaum den Karadj-Staudamm erreicht, haben wir einen "Patschen". Erst jetzt bemerken wir, wie gut unser Fahrzeug ausgettattet ist. Alle vier Reifen haben vollkommene Glatzen, auch der "neue" Reservereifen.

Weiter geht es. Jetzt umso schneller, denn wir müssen die anderen einholen. Die grandiose Gebirgsfahrt beeindruckt uns sehr, doch werden wir durch zahlreiche, furchtbare Autounfälle schockiert. Die Straßen sind zwar gut, aber nicht allzu breit und sehr kurvenreich. Jeder glaubt, der Erste sein zu müssen und überholt den anderen. Dabei fahren mitunter riesengroße Tanker und auch diese überholen. Selbst in unbeleuchteten Tunnels kann man sich nicht beherrschen! Zeitweise müssen wir die Augen schließen.... Gottseidank ist wenigstens die Straße trocken. Oh die Bremsen funktionieren?..... Nachdem wir den höchsten Punkt von 2.800 m erreicht haben, beginnt die Abfahrt zur Küstenebene des Kaspischen Meeres. Um 11 Uhr erreichen wir unser Ziel, nämlich das Städtchen Chalus. Im Restaurant weiß man allerdings nichts von unserer Ankunft, man vertröstet uns mit dem Mittagessen auf eine Stunde.

In der Zwischenzeit bummeln Herr Architekt Schweinberger, Herr Falar, Peter und ich durch die "Geschäftsstrassen" von Chalus. Außer Ramsch gibt es nichts zu sehen. Wir fragen nach Kaviar, welchen es allerdings nur offen gibt und das ist eine zu riskante Sache. Ein auf einem Auge blindes Mädchen weist uns den Weg, doch bettelt es uns nicht an.

Das Mittagessen um 12 Uhr besteht aus Orangensuppe, (die sich die meisten gleich salzen und pfeffern, da sie der Meinung sind, es sei Tomate nsuppe), gebackenem Fisch, gebackenem Schnitzel, Erbsen, Karotten, Pommes-Frites, Orangen, Äpfel.

Nachmittags setzen wir unsere Fahrt in östlicher Richtung fort und haben kurze Gelegenheit am Strand des Kaspischen Meeres zu fotografieren und nach Muscheln zu suchen. Sodann müssen wir wieder unseren Rückweg starten. Unsere Route ist jedoch nicht dieselbe wie vormittags. Im Gebirge kommt es zu einem ungewollten Aufenthalt, nachdem ein Taxi von uns wiedereinmal eine Panne Hat. Wie herrlich, wir haben ein einmaliges Wetter und können sogar die Spitze des höchsten Berges von Persien, nämlich den 5.671 m hohen Demavend deutlich sehen. Die anderen Gipfel sind durchwegs zwischen 4.000 und 5.000 Meter. Mächtige Felswände ragen vor uns auf, ein gigantisches Bild! Auf der Strecke begegnen wir einem Autobuswrack, das buchstäblich in der Mitte der Länge nach aufgeschlitzt wurde.

Um 1930 sind wir glücklich, wieder gut im Hotel Versailles gelandet zu sein. Abends bekommen wir eine unmögliche saure Suppe, Mayonnaisesalat (vorsichtshalber nicht gegessen), Hammelfleisch mit Saft und Kartoffeln. Bis um 23 Uhr vertreten wir uns noch etwas die Füße. Auffallend sind in Teheran offene Kanäle, in welchen Pappeln gepflanzt sind. Aufgrund der übergroßen Trockenheit ist es wichtig, daß die Bäume andauernd vom Wasser umspült werden.




Dienstag, 9.April 1974:

Aufstehen 7 Uhr, Reisetasche packen, 83o Frühstück wie immer, anschließend Karten schreiben und warten. Vis-a-vis besuchen wir ein Kaufhaus und vergleichen Preise und Qualität von verschiedenen Artikeln. (Im allgemeinen wenig Qualitätsware, Preise höher als bei uns.)

Um 1015 Abfahrt zum Flughafen. Dort werden wir gefilzt wie noch nie! Kleinste Taschenmesser, Feilen, Scheren, -sowie müssen abgegeben werden. Von Fotoapparaten werden Probefotos gemacht, abgetappt werden wir von oben und unten, Pakete werden aufgerissen u.s.w.

Mit Douglas DC 9 der Iran-Airlines fligen wir um 123o ab. Heute ist es ziemlich bewölkt und es sieht nach Regen aus. Diesmal ist unser Flug sehr unruhig, wir dürften des Öfteren durch eine Wetterfront kommen. Im Flugzeug serviert man uns Brötchen, Kaffee und Torte. Nach,einer Stunde Flugzeit, kurz vor der Landung in Schiraz, sehen wir im Osten die unheimliche Salzwüste LUT. In Schiraz angekommen bemerken wir, daß es zwar bedeutend wärmer, aber schwül ist. Ein Autobus erwartet und bereits zu einer Stadtrundfahrt. Schiraz liegt in einer zu jeder Jahres zeit grünen Oase und war die erste Stadt in Iran, die eine Wasserleitung bekam. In künstlerischer Hinsicht nimmt Schiraz den zweiten Platz hinter Isfahan ein. (Durch die berühmten Poeten Saadi und Hafiz.)

Zuerst besuchen wir das Saadi-Mausoleum. Der kleine moderne Säulenbau mit blauer Kuppel und Mosaik aus glasierten Fliesen steht inmitten einer prachtvollen Gartenanlage. Dicht neben dem Grabmahl befindet sich eine unterirdische Quelle, in der sich unzählige Fische tummeln. In unmittelbarer Nähe gelangen wir zum Hafiz-Mausoleum, das ebenfalls von einem herrlichen Rosengarten umgeben wird und erst 1936 erbaut wurde. Anschließend fahren wir fast bis zum Südende der Stadt, wo die Freitagsmoschee liegt. Ursprünglich im 9.Jhdt. errichtet, sind jedoch nur mehr wenige Bauteile aus dieser Zeit erhalten geblieben.

Vor dem Eintritt in die Moschee werden an die Damen unserer Gruppe Schleier verteilt, da wir nicht unvermumt die Heilige Stätte betreten dürfen. Das geht natürlich nicht ohne Gelächter vor sich! Wir müssen erst lernen, wie das riesige Tuch eigentlich hält. Es ist strenge Sitte sich so zu verhüllen, daß man auf keinen Fall nur einen Teil des Beines sieht. Dann gehen wir in den großen Innenhof, wo sich der 1351 erbaute Khoda-Khaneh ("Haus Gottes") befindet (ähnelt den alten sassanidischen Feuertempeln). Die Freitagsmoschee wird von vielen Pilgern als sogenannter Wallfahrtsort angesehen, deshalb haben wir Gelegenheit, die Bräuche beim Allerheiligsten (der Kaaba) zu beobachten. Um nicht unangenehm aufzufallen wird uns nahegelegt, die hier üblichen Gepflogenheiten nachzuahmen. Das Antlitz muß immer der Kaaba zugewandt sein. Wenn man also die Moschee wieder verlassen will, muß man "den Retourgang einschalten". Mit ernster Miene und schauspielerischem Talent bemühe ich mich, nicht aus dem Rahmen zu fallen.

Wenige Schritte weiter beginnt der Vakil-Basar. Die meisten Zweige des berühmten Kunsthandwerkes von Schiraz sind hier vertreten. Wir kaufen einige Souvenirs und beobachten das rege Leben. Etwas später kommen wir zur Vakil-Moschee. Diese hat eine herrlich mit Fliesen geschmückte Fassade aus dem 18 Jhdt. Die Hauptgebetshalle ist 1,00 m lang und 50 m breit und hat 48 Steinsäulen, welche aus je einem Felsen herausgehauen wurden. Ebenfalls aus einem einzigen Marmorblock ist die wunderschöne Kanzel. Zuletzt führt unser Weg zur Masdjed Now ("Neue Moschee"), der größten Moschee Persiens (Innenhof 2oo x 160 m). Trotz des irreführenden Namens ist sie eine der ältesten Moscheen der Stadt. 1199 begonnen und 1218 fertiggestellt, wurde sie in späteren Zeiten oft restauriert und erneuert.

Der anschließende Besuch eines privaten Gartens soll uns zeigen, mit wie viel Liebe und Mühe die Perser Botanik betreiben. Hier gibt es verschiedene Nadelhölzer, Flieder, Obstbäume und in einem Glashaus diverse Arten von Begonien, Zyklamen, Kakteen und herrliche Pflanzen, die uns nicht bekannt sind.

18 Uhr ist es, als wir unser Hotel "International", das erstklassigste Hotel dieser Stadt erreichen. Es ist funkelnagelneu und hat ein schönes Swimmingpool. Leider sind wir nur für eine Nacht untergebracht. Sehr gut gelöst ist auch das Problem mit dem Abendessen. Eine riesenlange Tafel mit verschiedenen Gerichten zur Selbstbedienung. Wir nehmen uns Suppe (?Einheitssuppe des Landes), geb. Fisch, Hammelfleisch, Kartoffel. 7.) Nach dem Essen wird heftig diskutiert. Ursprünglich sollte uns unsere Reise weiter in den Irak führen, wir bekommen allerdings wegen der Unruhen im Grenzgebiet kein Einreisevisum. Herr Pacher macht verschiedene Vorschläge. Unter anderem plant er einen 2-tägigen Aufenthalt im Libanon. Mit 71 Leuten zu den Osterfeiertagen umzudisponieren ist natürlich keine Kleinigkeit. Wir sind alle sehr betrübt, sind wir doch so nahe von Bagdad. Mesopotamien zu sehen war schon immer ein Wunschtraum. Die Kurden haben das Gebiet abgegrenzt und wollen niemanden einreisen lassen. Wir kommen auf keinen grünen Zweig. Mit stillen Hoffnungen, doch noch eine Einreisegenehmigung zu erhalten, gehen wir um 21 Uhr zu Bett.




Mittwoch, 10.April 1974:

Aufstehen 53o Uhr, Frühstück 515 Abfahrt nach Persepolis 615

In der Nacht hat es heftig geschüttet und ziemlich abgekühlt. Auch jetzt ist es noch bewölkt. Nach etwa 2-stündiger Fahrt erreichen wir Persepolis, eine der großartigsten und interessantesten Ruinenstätten der Welt. Persepolis war die Hauptstadt des Weltreichs der Achämeniden (559 v. Chr.). Spuren weisen auf eine Zivilisation schon 4.000 Jahre v.Chr, hin. Bei der Betrachtung der sehr gut erhaltenen Baureste fällt uns deutlich der Unterschied zur antiken griechischen Kunst auf. Die Säulen, die manchmal ionischen ähneln, erinnern mit ihren Ornamenten an die geschmückten Tragstützen persischer Hauszelte, in denen früher die Stammesfürsten hofhielten. Die Säulen waren aus Holz, Basen und Kapitelle aus Stein. Das achämenidische Kapitell zeigt doppelköpfige Löwen, Stiere und drachenartige Tierleiber, manchmal Tiermenschen und stierähnliche Fabelwesen, deren symbolische Gestalt noch immer nicht geklärt ist.

Über die Terrasse, auf der sich die Palaststadt befand, kommen wir zum "Xerxes-Portal", welches mit meisterhaften Reliefs geschmückt ist. Die Stufen des Stiegenaufganges waren so niedrig und breit gehalten, daß die ankommenden Reiter mühelos mit ihren Pferden zur Stadt hinaufreiten konnten. Sodann erreichen wir über die Apadana (große Empfangshalle) den Zentralpalast, ein kleiner Bau, der ausschließlich für Privataudienzen der Herrscher diente. Die anschließende Taschara war der Privatpalast des Dareios. Spuren im Stein weisen darauf hin, daß die Reliefs mit Gold und Edelsteinen geschmückt waren. Die Wände und Fensternischen waren aus hochpoliertem Marmor und gaben dem Palast die Bezeichnung "Spiegelhalle". Weiter sehen wir den Privatpalast des Xerxes "Hadisch" mit seinen 36 Säulen. Der Palast des Artaxerxes ist wesentlich kleiner als die anderen Paläste. Vom Palast der Königin (Haram des Xerxes) sind nur wenige Baureste erhalten. Er bestand aus mehreren Gebäuden, in denen auch die Prinzen und Prinzessinen, die Dienerschaft und das Hauspersonal wohnten.

Die Schatzkammern von Persepolis beinhalteten unermeßliche Reichtümer. So schrieb Diodorus: "3.000 Kamele und unzählige Maultiere wurden von Susa hergebracht, um die Schätze von Persepolis zu transportieren." Der größte Palast von Persepolis war "die Halle der hundert Säulen". Diese diente dem Hofstaat der Könige als prachtvolle Festhalle für große Empfänge. Er war 75 m lang und 10 m hoch. Vermutlich unter Alexander dem Großen wurde dieser riesige Palast durch Brand vernichtet. (Brandstiftung? Unglücksfall?) Weitere Nebengebäude wie Vorratskammern, Stallungen, Gästehäuser, administrative Gebäude und eine Bibliothek ergänzen die Anlage. In einem kleinen Museum sind Fundgegenstände von Persepolis ausgestellt. Nach Besichtigung bringt uns der Bus zu den naheliegenden Felsengräbern der Achämenidenkönige. Beim Grab des Artaxerxes II. und Artaxerxes III. gibt es einen kurzen Regenguß. Obwohl die Gräber hoch in den steilen Felsen gehauen sind, wurden sie im Laufe der Jahrhunderte ausgeplündert und stark beschädigt. Vor den Gräbern sind die Ruinen eines gewaltigen Feuertempels, in welchem die kultischen Handlungen vollzogen wurden. (Verehrung der göttlichen Macht im Bild des Feuers.)- Nun setzen wir die Fahrt Richtung Abadeh fort. Die Straße steigt an und die Landschaft wird immer unwirtlicher. Ein wüstenartiges Hochland mit eigentümlich geformten Felsen liegt vor uns. Den nächsten Aufenthalt haben wir beim Grabmahl des Kyros, das auf einer Pyramide aus Kalksteinstufen steht. Die- so gfältig behauenen Steinblöcke wurden mörtel zusammengefügt.

Bald rasen wir weiter, unser heutiger Weg scheint uns endlos. Die eintönige Steppenlandschaft macht uns alle schläfrig. Kilometerweit gibt es nicht einmal eine Raststätte. Abwechselnd regnet es, dann wieder scheint die Sonne. Knapp über dem Steppengras tauchen dichte Nebelschwaden auf. Herr Pacher erklärt uns, daß der Boden als auch die Luft so trocken sind, daß die Niederschläge sofort eine Salzkruste auf der Erdoberfläche bilden.(= Salzwüste). Endlich haben wir den höchsten Punkt, das sind 2.516 m erreicht! Jetzt noch einige Kilometer und wir sind in Abadeh. Eine wilde, hungrige Meute wird um 1445 in Abadeh ausgelassen. Das Lokal, in dem wir unser Lunchpaket bekommen, ist sehr primitiv und schmutzig, man könnte meinen, man wäre in einem Oststaat. Mit erwartungsvollen Blicken schauen wir auf den Inhalt des Paketes: 14 Eier, kaltes Huhn, rohe Gurken, Weißbrot, Orangen und Äpfel, alles für zwei Personen. Die Eier werden sogleich versteigert. Ein unvergeßliches Menü mit besonderer Note! Nach dem Essen heißt es wieder einsteigen zur Weiterfahrt. Eine gute Straße führt uns weiterhin bergab nach Isfahan. Vereinzelt sieht man kleine Ortschaften, die alle einander ähneln. Links und rechts der Straße Mauern, Mauern, Mauern.... Entweder aus Ziegeln, meistens jedoch aus Lehm. In verschiedenen Abständen haben die Mauern kleinere oder größere Eingänge, die in die einzelnen Hütten (von Häusern oder sogar Villen kann man kaum sprechen) führen.

Müde vom vielen Sitzen und Schauen sind wir um 18 Uhr in unserem Hotel "Irantour" in Isfahan. Ein gewaltiges Gedränge herrscht um die Zimmerschlüssel. Ein Teil unserer Gruppe wird in einem anderen Hotel untergebracht.

Zum Abendessen bekommen wir eine komische, undefinierbare Suppe, gebackenes Fleisch, Erbsen und Salzkartoffel, Karamelpudding (ungenießbar, könnte man als Souvenir mitnehmen).

Nach Tisch schlendern wir mit unseren beiden Herren durch die Straßen. Wir kaufen Andenken und handels längere Zeit in Teppichgeschäften um wunderschöne Handknüpfer.

Den Abschluß des Abends verbringen wir mit Herrn Schweinberger und Herrn Falar in der Hotelbar, wo wir das erste Mal Wotka-Orange probieren.
Um 233o ist Nachtruhe.




Donnerstag, 11.April 1974:

Aufstehen 630 Frühstück 730 Abfahrt zur Stadtrundfahrt 830
Das Wetter ist wunderbar; angenehm kühl und klar.

Isfahan gehört mit seinen herrlichen Kunstschätzen, seiner prachtvollen Architektur und seiner ruhmreichen Geschichte zu den schönsten Städten der Welt.und gilt als Stadt der historischen Paläste. Inmitten des trockenen, wüstenartigen persischen Hochlands gelegen, hat Isfahan dank des Flusses Zayandeh ein-fruchtbares Hinterland. Schon im 3.Jhdt.n.Chr. erwähnt, erlebte die Stadt ihre erste Blütezeit im 11.Jhdt. Hundert Jahre später gelangte sie unter Mongolenherrschaft, 1502 wurde Isfahan von den Safawiden erobert. Unter Schah Abbas 1. (1588-1629) wurden die meisten prachtvollen Bauten errichtet, die bald zu den schönsten der Erde zählten.

Unser erstes Bauwerk, das wir in Isfahan besichtigen, ist die ChaharbaghMoschee. Sie wurde Anfang des 18.Jhdts. als Moschee und Koranhochschule mit 134 Räumen erbaut. Durch ein wunderbar verziertes Tor gelangen wir in einen riesigen, arkadengeschmückten Innenhof. Herrliche, farbenprächtige Teppiche bedecken den Fußboden. Anläßlich des Geburtstages von Mohammed finden heute große Festlichkeiten statt. Die türkisblaue Kuppel und die beiden 28 m hohen Minarette werden als "meistfotografiertes Bild von Persien" bezeichnet. Die Portale der Gebetshallen sind mit bunten glasierter Mosaiken und Ornamenten umrahmt Anschließend bringt uns der Bus zu den sehenswerten Brücken am Fluß Zayandeh. Die "Brücke der 33 Bögen" (Siosehpol) ist knapp 300 m lang und stammt aus dem 17.Jhdt. An heißen Sommertagen verbringen die Einheimischen am Fluß ihre Freizeit und man kann sie bei ihrem "Picknick auf der Brücke" beobachten. Die nächste Brücke "Khadjubrücke" genannt, diente zur Zeit der Safawiden nicht nur als Verkehrsweg, sondern auch als Damm zur Wasserstauung.

Weiter geht es, zur "Freitagsmoschee", ein historisch äußerst interessantes Bauwerk. Um 700 errichtet, 1057 vergrößert, 1803 völlig restauriert. Abermals prachtvolle Portale, herrliche Mosaiken und Ornamente. Eine besonders hervorragende Arbeit, die als Besonderheit dieser Moschee gilt, sind Stuckornamente aus dem 14.Jhdt. Ein imposantes Gebäude ist das "Chehel Sotun" (Pavillon der 40 Säulen). Der Pavillon, der sich inmitten eines hübschen Gartens befindet, trägt auf seinen mit Spiegel verkleideten Stalaktiten ein baldachinartiges Dach. In dem davorliegenden künstlich angelegten Teich reflektieren die 20 Säulen in glasklarem Wasser (daher 40!). Im Inneren sehen wir kunstvolle antike Fresken.

Nachher kommen wir zum berühmten Meidan Shah, einem der größten und schönsten Plätze. (512 m lang, 164 m breitj Doppelreihige, schattenspendende Arkaden umgrenzen die riesige Parkanlage mit Wasserbecken und Springbrunnen. Die beiden Moscheen "Scheich Lutfullah" links und die Schahmoschee an der Südseite des Platzes vollenden Schönheit und Harmonie. Zur Besichtigung der Schahmoschee haben wir gottseidank ausreichend Zeit. Ist sie doch das architektonisch vollkommenste Bauwerk islamischer Baukunst! (Errichtet 1612-1630). Fasziniert schauen wir auf die mit wundervoll glasierten Kacheln verzierte Kuppel. Trotz der wüchtigen Ausmaße wirkt alles grazil und zierlich. Interessant sind die beiden Minarette neben dem Hauptportal zum Meidan, da diese nicht parallel zu den Minaretten der Hauptgebetshalle im Hof stehen. (Dieses Problem wurde architektonisch ausgezeichnet gelöst, da der Eingang der Moschee südseitig liegt, die Gebetsrichtung jedoch östlich ist.)

Wir verlassen die Moschee und kommen gleich rechts zu einigen interessanten Geschäften, wo wir Gelegenheit haben bei verschiedener kunstgewerblicher Handarbeit zuzusehen. Es sind dies Graveure, Maler, Töpfer und zuletzt eine Teppichknüpferin, die an einem herrlichen Isfahan-Knüpfer arbeitet. Ein Stückchen weiter führt uns unser Chauffeur in ein MiniaturMalerei-Studio. Mühevoll werden hier winzigste Bildchen auf Holz, Perlmutter oder Elfenbein mit feinsten Pinsel gemalt.

Das Mittagessen im Hotel besteht aus Suppe, Huhn, Kartoffel und Karotten. Um 14 Uhr setzen wir die Besichtigungsfahrt fort und zwar geht es nun zur armenischen Kirche und Museum. Im inneren der Kirche sind die Wände mit Motiven von grauenhaften Todesqualen bemalt.

Sodann kommen wir zur Sharestanbrücke deren Fundamente bereits 1500 Jahre alt sind.

Anschließend fahren wir wieder zum Meidan-Shah und besuchen die Lutfullah-Moschee (1603-1618 erbaut). Die Moschee, die als einzige weder Garten noch Minarett besitzt, hat ein künstlerisch überaus wertvolles Portal, 11 . ) weiches ein Meisterwerk der Keramikmalerei ist. Auch das Innere kann mit deiner dekorativen Wirkung kaum übertroffen werden, Die cremefarbene Kuppel mit Ornamenten ist äußerst faszinierend und ich glaube sagen zu können, daß diese Moschee die Schönste ist, die wir je gesehen haben.

An der Westseite des Platzes befindet sich der Ali-Quapu, ein ursprünglicher Pavillon der Timuriden. Schah Abbas ließ diesen im 16.Jhdt. umbauen und mit Wandmalereien'schmücken. Von der Terrasse des Palastes konnte man die Polospiele auf dem Meidan, bzw. Turniere und Kämpfe gut überblicken. Auch wir haben von hier aus einen bezaubernden Ausblick auf die ganze Stadt. Somit ist unsere Stadtbesichtigung beendet und wir haben den Rest des Tages zur freien Verfügung. Zu Viert bummeln wir durch den Basar, dessen dekoratives Monumentalportal direkt gegenüber der SchahMoschee liegt. Der Basar wurde 1615 angelegt und ist malerisch orientalisch. Es wird, wie bekanntlich auf jedem Basar, gefeilscht und gehandelt und ab und zu hat jeder von uns einmal Lust,richtig dabei zu sein. Eine eigene Atmosphäre, die man schwer beschreiben kann!

Durch enge Handwerksgassen wandern wir weiter und kommen zu Fuß bis zu unserem Hotel. Das Abendessen ist heute bereits um 183o , da um 213o unser Flug nach Teheran gebucht ist.

Das äußerst abwechslungsreiche Essen besteht aus Muskatsuppe, Huhn, Kartoffel, Erbsen und Karotten.

Die Fahrt zum Flugplatz gestaltet sich sehr heiter. Herr "Homburg" (immer mit Homburger-Hut) und seine Gesellen haben (angeblich aus Verzweiflung, da ihre Frauen zu Hause geblieben sind) zu viel ins Glas geschaut. Alle sind ausgesprochen guter Laune, nur Herr Doktor sitzt mit langem Gesicht und grimmigen Blick in der letzten Reihe. Er ist auf seine Angetraute eifersüchtig, da ihr Herr Homburg zu viele Komplimente macht.

Nach einem kurzen Flug mit Boeing 737 der Iran-Line sind wir um 22 lo in Teheran. Zu unserer Bestürzung merken wir, daß es nur 3 - 5 Grad hat! Die Nacht verbringen wir wieder im Hotel Versailles. Um 2305 gehen wir schlafen.




Freitag, 12.April 1974:

Aufstehen 5 Uhr, Frühstück 53o Abfahrt 615.

Das Wetter ist schön, aber schrecklich kalt.

Unsere heutige Autobustour soll uns bis in die Nähe der irakischen Grenze bringen, also Ziel Kermanashah Nun steht es leider entgültig fest, wir können nicht in den Irak einreisen.
Anfangs rasen wir ziemlich hurtig dahin. Bald sehen wir in der Ferne das gigantische Elbursgebirge, das in der Morgensonne besonders toll aussieht. In Persien gibt es vor jeder Autobahn eine Polizeistation, wo der Chauffeur unaufgefordert seine Wagenpapiere vorzeigen muß. Der Zeitpaß, in dem die genaue Uhrzeit vermerkt wird und die vorgeschriebene Fahrzeit für eine gewisse Strecke, wird regelmäßig kontrolliert. Auf diese Weise will man die hohen Unfallziffern reduzieren. Wie sieht dies aber in Wirklichkeit aus? Wieso kommt es trotz strengster Maßnahmen zu furchtbarsten Unfällen? Nun, ganz,einfach: Die Fahrzeuge werden nicht überprüft. Wie schon erwähnt, überall glatzige Bereifung, schlecht funktionierende Bremsen, womöglich schadhafter Motor u.s.w. Kurz gesagt, ein orientalisches Mobil! Man steigt die ersten paar Kilometer auf das Gaspedal, holt heraus was nur möglich ist, dann schaltet man vor oder in einem Rasthaus eine längere Pause ein um anschließend wieder losbrausen zu können.

Ein Autowrack auf einem Postament, welches vor jeder Polizeistation steht, soll eine Warnung an alle Autorowdis sein.

Nach etlichen Kilometern kommen wir in das Erdbebengebiet von Qazvin und Takestan, Zahlreiche Ruinen erinnern an das letzte große Beben im vergangenen Jahr. Die Freitagsmoschee in Qazvin ist leider geschlossen, deshalb können wir sie nur von außen betrachten. Auch sie wurde vom Erdbeben stark beschädigt. Als wir zu unserem Bus zurückkehren, steht eine gaffende Menschenmenge vor uns. Hier dürfte nur allzu selten ein Bus ankommen und noch dazu mit Frauen, die kurze Röcke tragen und unverschleiert auf die Straße gehen! Eine besondere Attraktion ist unsere Lateinschrift. Einige von uns, so auch ich, sind immer mit Block und Bleistift unterwegs, Um Notizen zu machen. Dies ist für die Einheimischen eine Sensation. Zuerst schaut einer, dann zwei, und.... man staunt, wo auf einmal so viele Menschen herkommen ... ? Wir verteilen mitgebrachte Kugelschreiber, doch weiß ich nicht, ob die Beschenkten überhaupt ein Schreibzeug benötigen. Alles ist uns gegenüber freundlich und trotz der großen Armut die hier herrscht, werden wir nicht angebettelt (zum Unterschied von Ägypten). Ich glaube, die Perser sind viel zu stolz, daß sie um Almosen bitten.

Auf der Weiterfahrt nach Hamadan winken uns immerwieder Kinder vom Straßenrand zu. Wir werfen ihnen Zuckerln aus dem Fenster und man sieht, welche Freude wir ihnen machen. Kann man bei uns Kindern mit Süßigkeiten noch Freude bereiten?

Die Straße,die fortwährend ansteigt, ist wunderbar, wie ein Seidenteppich. Kurz vor der Autobahn-Ausfahrt müssen wir längere Zeit anhalten, da wir zu rasch gefahren sind.

Um 1345 machen wir in Hamadan Mittagspause. Das Hotel ist sehr nobel und das Essen ausgezeichnet: Suppe, Huhn mit Currysauce, Reis, als Nachtisch Pudding.

Gleich nach Tisch brechen wir wieder auf. Nach einer kleinen Stadtrundfahrt, die uns nichts Nennenswertes zeigt, fahren wir weiter. Wir kommen in eine überaus reizvolle Gebirgslandschaft mit schneebedeckten Gipfeln. Dieses Gebiet wird großteils von den Kurden besiedelt. Die Kurden werden als direkte Nachkommen der Meder angesehen und führten ursprünglich im Iran ein Nomadendasein. Heute bereits seßhaft, haben sie ihre Sitten und Bräuche unverfälscht erhalten. Die sittliche Moral unterscheidet sich von der anderer orientalischer Völker. So sieht man überwiegend die Frauen unvermummt und Männer, die,mehr als eine Ehefrau haben sind äußerst selten. Ihr Glaube ist fast ausschließlich islamisch. Jahrhundertelang führte das Bergvolk der Kurden einen erbitterten Kampf um die Selbständigkeit, die zwar versprochen, aber nie gegeben wurde. 1945 entstand ein von außen kontrollierter Staat, der nach 8 Monaten zerschlagen wurde. Die Kurden sind freiheitsliebend, gastfreundlich, gelegentlich sind sie zu räuberischen Überfällen bereit.

Unser Weg führt uns durch kleinere und größere Ortschaften.Auffallend ist für uns, daß auch im kleinsten Nett ein Schah-Denkmal am Hauptplatz steht. Dies haben wir schon auf der Strecke von Schiraz nach Isfahan bemerkt. Fotos von der Schah-Familie kann man in allen Varianten in sämtlichen öffentlichen Lokalen, Restaurationen und Hotels sehen. Der Hoffotograf muß ein gang gutes Geschäft machen!

Bei unserer Ankunft in Kermanshah ist es bereits dunkel, es ist 1920.
Zum Abendessen gibt es Suppe, Gulasch mit Yoghurtsauce, Pommes-Frites, Pudding.
Um 213o ist Nachtruhe.




Samstag, 14.April 1974:

Aufstehen 6 Uhr. Beim Frühstück müssen wir feststellen, daß man unter dem Begriff "Brot" nicht einmal mehr Weißbrot oder ähnliches Gebäck kennt. Wir bekommen gebackene Kuhfladen, die wir gerne als Ansichtskarten nach Hause schicken würden.

Von der Stadt Kermanshah, die bereits im 4.Jhdt.Hauptstadt der Sassaniden war, im 13.Jhdt. jedoch von den Mongolen völlig zerstört wurde, können wir nicht viel sehen, da wir unseren Rückweg schon um 73o antreten.
Kermanshah ist religiöses Zentrum einer kurdischen Schiitensekte und hat außer neueren Moscheen keine Sehenswürdigkeiten. Lange war die Stadt Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen Persern und Türken, die jahrhundertelang um die politische Herrschaft über dieses Gebiet der Kurden rangen.

Bei der berühmten Grotte Taq-e Bostan, die in unmittelbarer Umgebung liegt, machen wir Halt. Von dem angeblich so schön gepflegten Garten mit Bauresten aus der Sassanidenzeit können wir jedoch nichts sehen, 14.) da das Gebiet überschwemmt ist. Ein Menschenauflauf, Polizei, Feuerwehr und Rettung. Wir erfahren, daß nach zwei Männern gesucht wird, die wahrscheinlich im Schlaf von den Wassermaßen überrascht wurden.

Die im 4.Jhdt. in den Felsen gehauene Grotte mit herrlichen Skulpturen und Darstellungen der Könige Schahpur II.und III. können wir besichtigen. Allerdings müssen wir durchs Wasser waten... Der nasse Weg hat sich gelohnt: wir bewundern ein künstlerisch sehr beachtliches Jagdmotiv an der hinteren Grottenwand, sowie wunderbare Stuckarbeiten.

Kurz nach Taq-e Bostan erreichen wir Bisotun. Dieser Ort ist vor allem wegen seiner berühmt gewordenen Felsinschriften in altpersischer, neuelamitischer und neubabylonischer Schrift bekannt. Hier werden die 19 Siege-Dareios des Großen verherrlicht. Durch die Entzifferung wurde der Schlüssel zur persischen und babylonischen Keilschrift gefunden.
Mittags sind wir wieder in Hamadan. Diese Stadt liegt 1914 m hoch und ist besonders im Sommer als kühler Luftkurort beliebt. Schon Kyros machte die Stadt 560 v.Chr. zur Sommerresidenz der Achämenidenherrscher. 644 n.Chr. eroberten die Araber die Stadt, die unter dieser Herrschaft erneut zu hoher Blüte gelangte. Nach kurzer Herrschaft der Seldschuken wurde Hamadan im 14.Jhdt. von den Mongolen zerstört. Im 18.Jhdt. versuchten die Türken die Stadt zuerobern.

Wir besuchen das Mausoleum ser jüdischen Königin Esther (Gattin Xerxes I. 485 - 465 v.Chr.) und das 1952 errichtete Betonmausoleum Avicennas (islamischer Arzt und Philosoph). Kaum noch zu erkennen ist ein Löwe aus der Sassanidenzeit, könnte-genau so gut ein Seehund sein!

Das Mittagessen bekommen wir in dem uns bereits bekannten Hotel: Paprikasuppe,Hühn mit Aranzini, Curryreis, gemischtes Kompott.

Angeblich haben wir Glück mit dem Wetter, obwohl es so kalt ist.
Vorgestern soll in Hamadan noch etwas Schnee gefallen sein. Nachdem wir den Basar des Ortes durchstreifen, setzen wir unsere Fahrt flott fort. Wir werden auf einen persischen Friedhof aufmerksam gemacht. Es ist dies ein Feld, das mit einer kleinen Mauer umgrenzt ist. Verstreut sieht man kleinere und größere Steine, doch nicht etwa gemeiselte, ganz gewöhnliche wie man sie überall findet. Keine einzige Blume, keine Inschriften, keine Laternen oder sonstiges.

Einen kurzen Aufenthalt machen wir bei einer neuen Ausgrabungsstätte, die zur Zeit noch nicht pupliziert ist. Es dürfen daher keine Aufnahmen gemacht werden. Man hat allerdings bis jetzt wenig Vorstellung von dem Ganzen. Die Archäologen und Wissenschaftler müssen ein überaus großes Wissen bei dieser Arbeit besitzen! Ist es doch ihre Aufgabe,aus kleinsten Bruchteilen ein Etwas zu bilden.

Der anschließende Besuch in einer Teppichmanifaktur zeigt uns,wie mühevoll Frauen und Kinder an feinsten Handknüpfern in Akord arbeiten. Im Türkensitz sitzend knüpfen sie um umgerechnet 20-30 Schilling Tageslohn die prachtvollen Muster (hauptsächlich Blumenmotive). An einem etwa 3 x 4 m großen Teppich hängt eine Arbeitszeit von durchschnittlich 2 Jahren. Wie achtlos wird oft auf so ein wertvolles Stück getreten!

Nachdem wir unseren Chauffeur bestochen haben rascher und ohne weiteren Aufenthalt zu fahren, haben wir ein aufregendes Erlebnis: Als wir bei der nächsten Tankstelle auftanken wollen, kommt es zur "Schlacht von AVE" (so heißt nämlich die Tankstelle). Zuerst ist die Rauferei, die ausgesprochen ernst zu nehmen ist, unerklärlich. Später wird uns das ganze Palaver übersetzt und wir erfahren, daß unser Chauffeur eigentlich Schuld hat. Er wollte sich beim Tanken vordrängen, wurde beschimpft und sogleich war er von Dutzenden Kurden umringt. Auf diese Weise haben wir auch die vorhin erwähnte Rauflust der Kurden erlebt.

Da es mittlererweile dunkel geworden ist, ist die Fahrt umso langweiliger. Etwas nach 21 Uhr sind wir neuerlich in unserem Hotel Versailles.
Zum Abendtisch speisen wir Suppe, geschnitzelte Kartoffel, Rindschnitzel in Yoghurtsauce.
Um 223o gehen wir schlafen.




Sonntag, 14.April 1274 (Ostersonntag):

Wecken 245 das ist hart! Unser Flugzeug, diesmal ein JUMBO-JET soll um 455 nach Beirut starten. Doch es hat mehr als 1 Stunde Verspätung. Mit starkem Kaffee halten wir uns munter. Dann sind wir stolz, mit so einem Riesenvogel . einmal zu fliegen. Eine eigene Treppe, auf der bequem 2 Personen mit Gepäck nebeneinander gehen können, wird mit Lastwagen zu der Maschine gerollt. Im Inneren sind jeweils links und rechts 3 Sitze, in der Mitte 4 Sitze mit 2 Gängen dazwischen, also 10 Sitze in einer Reihe. Eine Wendeltreppe führt in den 1.Stock, wo sich die 1.Klasse befindet. Insgesamt sind Plätze für ca. 400 Menschen. 2 Kinos, 1 Bar, 12 Toiletten alleine in der 2.Klasse! Das vollbesetzte Flugzeug der Air-France fliegt mit Zwischenstationen (Tokio-Seoul-Hongkong-Kambotscha-Bangok-New Delhi-Teheran-Beirut-Athen-Rom-Paris) fast rund um die Welt. Es sind alle Völker und Rassen vertreten: steinreiche Chinesen mit funkelnden Brillanten in haselnußgröße, gemischt mit englischen, deutschen und französischen Gammlern daneben Inder in farbenprächtigen Seidengewändern u.s.w.

Man serviert uns ein reichliches Frühstück Kaffee, Gebäck, Butter, Marmelade Schinkenrolle und Juice.

Nach 2 1/2 Stunden Flugzeit haben wir eine tolle Landung in Beirut. Die Uhren müssen 1 1/2 Stunden zurückgestellt werden, es ist 7 Uhr. Schon jetzt merken wir, wie viel wärmer es hier ist.

Wir sind im Hotel Beau Rivage (sehr, sehr schön!) untergebracht.

Beirut "das Tor zum Osten" genannt, haben wir bereits 1972 bei unserer Ägyptenreise gestreift. Die Stadt, die sich prachtvoll in einer Bucht am Mittelmeer ausdehnt, hat allerdings kunstgeschichtlich gesehen, wenig zu bieten. Dennoch hat Beirut mit seinen exklusiven Vergnügungsstätten und mit einem Hotelkomfort, wie er in nahöstlichen Ländern kaum bekannt ist, einen besonderen Reiz. Das herrliche Klima und die Neutralität des Landes lockt viele Ölscheichs an.

Für den Vormittag ist ein Ausflug nach Saida (= Sidon) geplant.

Herr Michel stellt sich als unser Reiseleiter vor. Äußerst charmant, seinem vielen TICKI-TICKI-TACKI-TICKI bekommt man jedoch nach kurzer Zeit von (so sagt man angeblich im Libanon zu allem) Kopfschmerzen.

Unsere Gruppe ist in zwei Autobussen untergebraaht. Nach einigen Kilometern, Sidon liegt 45 Km von Beirut entfernt, gibt der zweite Bus seinen Geist auf. Eine Schilderung, wie wir nun 75 Seelen in dieser Sardinenbüchse untergebracht sind (es ist irrsinnig heiß) kann man wohl kaum treffen, ohne dabei gewesen zu sein.

Der Besuch der aus der Kreuzfahrerzeit (um 1230) stammenden Wasserburg "Saida"lohnt sich. Über einen gewaltigen Damm, der die Burg mit dem Festland verbindet, gelangen wir zu der noch sehr gut erhaltenen Festung. Wir klettern auf die Türme und haben von dort einen phantastischen Blick auf Stadt und Meer.

Anschließend besichtigen wir in unmittelbarer Nähe eine Karawanserei aus dem 17.Jhdt.

Ein Stück weiter kommen wir zum "Beit ed-Din", einem Schloß aus der ersten Hälfte des 19.Jhdts. Dieser Besuch ist ebenfalls sehr interessant. Sehen wir doch die prächtigen Räume im orientalischen Stil der damaligen Zeit. Im Innenhof sind wunderschöne Arkaden, sowie ein Jungbrunnen. Am meisten beeindruckt uns die einmalig angelegte Badeanlage für den Harem.

Rasch heißt es wieder einsteigen, da es schon ziemlich spät ist. Das Mittagessen im Hotel besteht aus Bohnengulasch, Hamburgersteak, Kartoffel, grünem Salat und Erbseh.

Am Nachmittag gönnen wir uns eine wohlverdiente Ruhepause. Währendessen unsere Gruppe nach Byblos fährt (Peter und ich kennen dieses Kastell aus der Kreuzfahrerzeit bereits), schlafen wir bis zum Abendessen. Zum Nachtmahl gibt es Suppe, Mayonnaiseei, Salat,Rindfleisch mit Bandnudeln, Äpfel. Abschließend noch ein kleiner Rundgang zum Meer, dann gehen wir um 2215 zu Bett.




15.April 1974, Ostermontag:

Aufstehen 6 Uhr, endlich einmal wieder ausgeschlafen! Nach dem Frühstück, um 1/2 9 Uhr Abfahrt nach Baalbek. Auch heute ist es sehr heiß und schwül. Eine schmale 1 kurvenreiche Straße bringt uns zuerst nach Les Cèdres ("die Zedern") einer der schönsten und bekanntesten Wintersportplätze des Landes (1950 m). Hier stehen etwa 400 Zedern unter Naturschutz, welche 200 bis 1.000 Jahre alt sind.- Von den Päßen des Libanon, gebirges genießen wir einen herrlichen Rundblick auf das ganze Land* In der Ferne sehen wir schon die Ruinen der größten Tempelanlage der Welt: Baalbek. (Baal = Gott, Bek = Tal, also "Tal Gottes"). Die Anlage wurde 15 n.Chr. begonnen und ist das bedeutendste Bauwerk römischer Baukunst im ganzen Orient. Mehr als 200 Jahre arbeiteten insgesamt 250.000 Sklaven (zum Vergleich 100.000 bei Cheopspyramide!) Etwa 180 Granitsäulen wurden aus Assuan transportiert. Beim eigentlichen Tempelbezirk angekommen, betreten wir über eine Freitreppe den sechseckigen Vorhof (6 Elemente: Sonne, Wasser, Licht, Feuer, Universum, Wind). Der anschließende große Hof ist 135 m lang und 113 m breit. Ursprünglich standen hier 84 Säulen von 8 m Höhe. An den Innenwänden sind Nischen mit Statuen zu sehen, dies waren die römischen Hauptgötter und -göttinnen. In der Mitte des Hofes sind die Reste zweier Altäre zu sehen, wo Tiere geopfert wurden.

Abermals über eine Freitreppe kommen wir zum Jupitertempel. Von seinen 54 etwa 25 m hohen Säulen aus _Kalkstein stehen nur noch sechs. Tief beeindruckt betrachten wir die umliegenden riesigen Steinblöcke, aus denen das Fundament diesesTempels errichtet wurde. Drei davon sind 4,30 m hoch, 3,65 m tief und 19,10 m lang. Ihr Gewicht wird auf je 830 Tonnen geschätzt. Es dürften die größten Blöcke sein, die je von Menschenhand bewegt wurden.

Der Venus-Tempel (im korinthischen Stil) ist am besten erhalten. Durch die größte Pforte der Welt (17 x 6 1/2 m) gelangen wir in den prachtvollen Innenraum. Noch heute vermittelt ein höchst anschauliches Bild den damaligen Prunk. Die Tempeldecke war seinerzeit aus Zedernholz. Die noch erhaltenen Teile der Kassettendecke zeigen Kleopatra mit Schlange und Natter. An den Säulen sind Mohn = Opium und Trauben = Wein. Schon damals war Baalbek das Zentrum für Rauschgift!
Ein gedeckter Gang, der für Tiere bestimmt war, führt uns aus der Tempelstadt.

Unser Mittagessen nehmen wir unweit von Baalbek, in einem Restaurant mit Souvenirgeschäft,ein. Wir bekommen verschiedene Salate, Wurst, Reis mit Faschiertem, Huhn und Pommes-Frites. Darnach stÜrmen wir alle den Laden. Michel reibt sich die Hände! Die Libanesen sind als gute Händler bekannt. Der Rückweg nach Beirut ist dergleiche. Nach einer kleinen Stadtrundfahrt kommen wir um 173o in unser Hotel. um 193o ist Abendessen: Erbsensuppe, Käseomlett, unser 9.und letztes Huhn, ,Kartoffel und Karotten.




Dienstag, 16.April 1974:

Aufstehen 6 Uhr, gleich nach dem Frühstück Abfahrt zum Flughafen. Verspätet fliegen wir um 1030 mit Douglas DC 8 der "SWISS-AIR" ab. MEZ In einer Höhe von 10.600 m sehen wir unter uns zuerst die Insel Cypern, später Rhodos. Abermals bekommen wir ein herrliches Essen: Salami, Spargel, Geschnitzeltes (eine typische Schweizer Spezialität), Reis mit Rosinen, Erbsen, Kaffee, Schokopudding mit Birne. Nach einer Flugzeit von 4 1/2 Stunden haben wir eine kurze Zwischenlandung in Genf. Auf unseren Weiterflug nach Zürich werden wir aufmerksam gemacht, daß es 0 Grad hat und in Zürich bereits schneit. 4 Stunden Aufenthalt bei einem Schneesturm in Zürich, das wird eine lange Zeit. Ursprünglich wollten wir in die bekannte Konditorei "Sprüngli" fahren. Ich verbringe die verlorene Zeit beim Friseur Peter schaut sich am Flugplatz um. Um 19o5 haben wir abermals verspätet unseren Abflug mit SWISS-AIR nach Wien. Draußen schneit es noch immer, wir haben kaum Sicht. Um 2015 kommen wir am Flughafen Wien-Schwechat an.
Der Traum ist aus, wir sind zu Haus!


       
  Mit lieben Grüßen!
    Von Deiner
      Ingrid
;-)